His­to­ri­sche Ent­wick­lung der Kgl. priv. Haupt­schüt­zen­ge­sell­schaft Mün­chen

600 Jah­re Geschich­te und Tra­di­ti­on

Die König­lich pri­vi­le­gier­te Haupt­schüt­zen­ge­sell­schaft Mün­chen geht aus der Münch­ner Arm­brust- und Sta­chel­schüt­zen­bru­der­schaft her­vor, die im 12. und 13. Jahr­hun­dert gegrün­det wur­de.

Im Jahr 1406 errich­te­ten die Schüt­zen eine Ziel­statt vor dem Neu­hau­ser Tor, dem heu­ti­gen Karls­platz. Hier schos­sen die soge­nann­ten Sta­chel­schüt­zen. Aus die­ser Nut­zung lei­tet sich der bis heu­te gebräuch­li­che Name „Sta­chus“ ab.

Mit zuneh­men­dem Wachs­tum der Stadt zogen die Schüt­zen aus dem unmit­tel­ba­ren Stadt­be­reich ins freie Gelän­de. Im 15. Jahr­hun­dert wur­de der Schieß­platz vor dem Karls­tor wei­ter nach Wes­ten ver­legt. Zu die­sem Zweck erwarb die Haupt­schüt­zen­ge­sell­schaft 1487 das Grund­stück des heu­ti­gen Münch­ner Haupt­bahn­hofs. In den fol­gen­den Jah­ren ent­stan­den zunächst ein höl­zer­ner Behelfs­bau, spä­ter ein Stein­ge­bäu­de und schließ­lich eine regel­mä­ßig bewirt­schaf­te­te Schieß­stät­te. Die­se Anla­ge war bis 1847 in Betrieb.

Am 2. Mai 1847 nah­men die Schüt­zen in einer fei­er­li­chen Zere­mo­nie Abschied von der tra­di­ti­ons­rei­chen Schieß­stät­te. Die Schüt­zen­stra­ße und der Name „Sta­chus“ sind bis heu­te sicht­ba­re Zeug­nis­se die­ser Epo­che.

Erst vier Jah­re spä­ter fiel die Ent­schei­dung für einen neu­en Stand­ort. 

Im Jah­re 1851 beschloss die Gene­ral­ver­samm­lung den Ankauf des Pschor­ran­gers auf der The­re­si­en­hö­he. Die Grund­stein­le­gung erfolg­te am 6. Sep­tem­ber 1851. In den Grund­stein wur­de das dama­li­ge Mit­glie­der­ver­zeich­nis mit 288 Namen als Urkun­de ein­ge­legt. Der Bau der neu­en Anla­ge dau­er­te zwei Jah­re.

Die fei­er­li­che Eröff­nung der neu­en Schieß­stät­te fand am 7. August 1853 statt. Ein sechs­tä­gi­ges Fest­schie­ßen mit 354 teil­neh­men­den Schüt­zen, 47.652 abge­ge­be­nen Schüs­sen und 185 Zen­trums­tref­fern zeug­te von der Bedeu­tung des Ereig­nis­ses. Unter den Ehren­gäs­ten befan­den sich König Max II., Köni­gin Marie, der frü­he­re König Lud­wig I. sowie die Prin­zen Karl, Luit­pold und Adal­bert – der gesam­te Hof­staat war ver­tre­ten.

Auf­grund der fort­schrei­ten­den bau­li­chen Aus­deh­nung Mün­chens wur­de 1893 erneut ein Stand­ort­wech­sel not­wen­dig. Die Haupt­schüt­zen­ge­sell­schaft ver­äu­ßer­te Grund­stück und Gebäu­de am Bava­ria­ring und errich­te­te mit dem Erlös die heu­ti­ge Schieß­an­la­ge in Ober­send­ling an der Ziel­statt­stra­ße, die bis heu­te das Zen­trum des Gesell­schafts­le­bens bil­det.